Sieben Personen stehen vor einer blauen Fotowand der Mittelstands-Union. Zu sehen sind sechs Männer sowie eine Frau. In der Mitte steht Markus Söder. Die Frau ist Anna Görlitz, sie hält ein Schild mit der Aufschrift „Augsburg“. Ganz links steht Michael Bernicker. Ganz rechts steht Sebastian Brehm, Landesvorsitzender der Mittelstands-Union Bayern. Die übrigen Männer sind Vertreter der Mittelstands-Union Schwaben. Alle Personen tragen formelle oder semi-formelle Kleidung und blicken in die Kamera. Es handelt sich um ein offizielles Gruppenfoto im politischen Kontext.

Akzeptanz reicht nicht, warum ich meinen Weg gehe

· 2 Min. Lesezeit · Anna Görlitz

Viele Menschen wundern sich, warum ich als trans Frau in der CSU aktiv bin.
Manche halten das für mutig. Andere für widersprüchlich.
Wieder andere reagieren mit offener Ablehnung – auch aus der queeren Community.

Ich möchte erklären, warum ich diesen Weg gehe. Nicht rückblickend, sondern bewusst im Hier und Jetzt.

Akzeptanz ist wichtig. Aber sie reicht nicht.

In vielen linken Milieus ist trans Sein heute weitgehend akzeptiert.
Das ist gut. Das war nötig. Das war überfällig.

Aber Akzeptanz allein verändert noch keine Strukturen.

Wer sich ausschließlich in politischen Räumen bewegt, in denen Zustimmung garantiert ist, muss wenig aushalten, wenig erklären und wenig riskieren. Das fühlt sich sicher an – ist aber politisch oft folgenlos.

Politische Wirksamkeit entsteht nicht im Komfortbereich

Ich habe mich bewusst für einen unbequemen Weg entschieden.

In einer konservativen Partei sichtbar trans zu sein heißt:

  • Widerspruch aushalten
  • Positionen erklären
  • Vorurteile abbauen
  • Geduld haben
  • Verantwortung übernehmen

Das ist anstrengend.
Aber es ist genau dort, wo politische Veränderung entsteht.

Denn dort, wo man nicht erwartet wird, verändert man Denkweisen – nicht durch Lautstärke, sondern durch Präsenz.

Warum ich auch von anderen trans Frauen kritisiert werde

Ein Teil der Angriffe kommt nicht von politischen Gegnern, sondern aus der eigenen Community.

Nicht, weil ich jemandem schade.
Sondern weil ich nicht in ein vertrautes politisches Raster passe.

Meine Existenz widerspricht einfachen Erzählungen wie:
trans gleich links oder konservativ gleich transfeindlich.

Das verunsichert – und wird manchmal nicht ausgehalten.

Ich will keine Lager. Ich will Respekt.

Ich erwarte nicht, dass alle meinen Weg gut finden.
Ich erwarte nicht, dass andere ihn nachgehen.

Ich erwarte nur eines:
dass mein Weg respektiert wird.

Man kann links sein und mich in Ruhe lassen.
Man kann andere Strategien verfolgen, ohne meine zu bekämpfen.

Das ist kein Sonderwunsch. Das ist demokratische Selbstverständlichkeit.

Sichtbarkeit bedeutet Verantwortung

Ich engagiere mich nicht politisch, um Applaus zu bekommen.
Ich engagiere mich, weil ich überzeugt bin:

Trans Menschen gehören in alle gesellschaftlichen Bereiche.
Auch in konservative.
Gerade dort.

Nicht als Feigenblatt.
Nicht als Alibi.
Sondern als selbstverständlicher Teil politischer Realität.

Mein Fazit

Ich bin trans.
Ich bin politisch eigenständig.
Ich bin sichtbar.
Und ich bin unbequem.

Nicht trotz meiner Haltung – sondern wegen ihr.

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