trans Frau mit Herz im Vergleich zu Transfrau mit Totenkopf – Unterschied in der Schreibweise und Bedeutung
Ein Leerzeichen, das entscheidet.

Ein Leerzeichen entscheidet: trans Frau vs. Transfrau

· 2 Min. Lesezeit · Anna Görlitz

Mir ist in letzter Zeit wieder aufgefallen, wie oft ich als „Transfrau“ bezeichnet werde.
Für viele ist das nur eine Schreibweise. Für mich ist es ein Unterschied – und zwar kein kleiner.

„trans“ ist ein Adjektiv. So wie „groß“ oder „blond“.
Ich bin eine Frau. Punkt.
„trans“ beschreibt einen Aspekt von mir – nicht meine Kategorie.

Wenn daraus „Transfrau“ wird, passiert sprachlich etwas anderes:
Es entsteht ein neues Wort. Eine eigene Schublade.
Nicht mehr „eine Frau, die trans ist“, sondern „eine besondere Art von Frau“.

Und genau das fühlt sich für mich falsch an.

Ich habe mich nicht durch eine Transition gearbeitet,
ich habe keine Operation hinter mir,
ich habe nicht den ganzen Prozess rund um Namens- und Personenstandsänderung durchlaufen – inklusive Kosten, Aufwand und Bürokratie –
um am Ende sprachlich wieder in eine Sonderkategorie einsortiert zu werden.

Ich habe im Internet genug Beschimpfungen erlebt.
Da wird einem sehr deutlich gesagt, was manche Menschen von einem halten.
Gerade deshalb ist es mir nicht egal, wie ich bezeichnet werde – im Gegenteil.

Es ist nur ein Leerzeichen – aber es entscheidet darüber, ob ich als Frau beschrieben werde
oder als etwas, das irgendwie daneben einsortiert wird.

Mir ist klar, dass das viele nicht böse meinen.
Und ja, ich habe das früher selbst auch so geschrieben.
So wie ich auch früher Begriffe benutzt habe, die ich heute ganz bewusst nicht mehr verwende.

Ich sage heute auch nicht mehr „Transe“.
Nicht, weil ich plötzlich empfindlich geworden bin, sondern weil ich verstanden habe, was Sprache macht.

Sprache ist nicht neutral.
Sie ordnet ein. Sie grenzt ab. Oder sie lässt Menschen einfach sein, was sie sind.

Für mich ist die Grenze deshalb klar:
Entweder „trans Frau“ – oder einfach „Frau“.

Mehr brauche ich nicht.
Und weniger akzeptiere ich nicht.

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5 Kommentare zu “Ein Leerzeichen entscheidet: trans Frau vs. Transfrau”

  1. Sorry Anna, aber ob Leerzeichen oder nicht, gesprochen hört es sich immer wie eine Vorsilbe an und somit wie die Betonung einer Haupteigenschaft, oder wie Du es beschreibst „Kategorie“.

    Ich sage lieber einfach Frau. Wenn Du eine Deiner vielen Eigenschaften noch dazu nennen möchtest, dann reicht doch auch „Frau mit …“.

    Und wenn ich mir Bild von Dir anschaue, sehe ich eine Frau mit blonden Haaren, mit Locken, mit Brille, mit grünen Augen (erkenne ich zumindest als Grün), … und weil ich es weiß vielleicht auch eine Frau mit transgeschlechtlicher Identität.
    Du hast so viele Eigenschaften, warum willst Du eine davon unbedingt benennen indem Du sie wie eine Vorsilbe hörend als Haupteigenschaft bzw. Kategorie hervorhebst ?

    Wir sind alle „nur“ Menschen mit unterschiedlichen Eigenschaften die uns im ganzen ausmachen.
    Keine Eigenschaft macht uns mehr oder weniger aus, es ist immer die Gesamtheit aller Eigenschaften.

    • Ich glaube, wir sind uns näher, als es vielleicht wirkt 😊

      Im Alltag bin ich ja auch einfach eine Frau – da bin ich komplett bei dir.

      Mir ging es wirklich nur um den Fall, wenn es gesagt wird:
      Dann bitte so, dass es mich nicht in eine eigene Kategorie stellt.

      Also eher „trans Frau“ – oder eben einfach Frau.

      • Wir kennen uns nun schon eine Weile, dass ich weiß das wir uns in dem Thema nicht zu weit voneinander bewegen.

        Und trotzdem, wird „trans*“ vor dem Menschen gesprochen, hört es sich trotz Leerzeichen immer wie eine Vorsilbe an.

        Wird das gesprochene Leerzeichen zu lang gelassen, deuten patriarchale Personen es als Sprechpause und Gelegenheit ins Wort zu fallen.

        Wenn die Menschen „trans*“ hinter dem Memschen nicht geschrieben sehen oder öfter gesprochen hören, wird es weiterhin wie eine Vorsilbe ausgesprochen werden.

  2. Guten Morgen, ich hätte eine Frage, wie ich mich bezeichnen sollte. Bin der Rolf, jetzt immer öfter die Debby (Deborah) und gehe nun auch so in die Stadt. Bin nun 78, habe mich vor 2 1/2 Jahren meiner jetzigen Frau geoutet und bin sehr gut angenommren worden und sie unterstützt mich sehr. Zum operieren ist es zu spät, eine Hormontherpie evtl. zu gefährlich. Wir gehen nun meist, zwei Mädels überall hin in die Stadt, ich auch allein zum Einkaufen. Werde überall bis jetzt akzeptiert, noch nie negatives erlebt. Ich hab mit 14, ich weiß bis heute nicht warum, Omas Korsett angrezogen und gemerkt, dass ich mich so wohl fühle. Hab mich immer irgenwie abartig gefunden, aber trotzdem immer gemerkt, dass es mir besser geht, wenn ich gekleidet bin – heimlich damals. Hab immer als Mann grearbeitet, damals, die Zeit war nicht so frei wie heute. Nun merke ich, dass es mir als Frau besser geht bals Rolf und darf es endlich sein. Meine körperlichen Schmerzen verschwindern zu 50 % mindestens,. Wenn ich meine Frau anrufe, hört sie sofort, ob Rolf oder Debby an der Stimme. Ich fühle mich als Debby im richtigen Körper und Geschlecht – Frau . und bin nur noch so glücklich. Ich hab im ganzen Leben gespürt, dass in meiner Seele ein Mädchen schlummert und mich immer danach gesehnt, Frau sein zu dürfen. Es ist für mich keine Rolle, ich bin dann richtig, fühle mich wohl und überglücklich. Frage: Wer bin ich? oder mach ich was Falsches. Liebe Grüße aus Stuttgart Rolf-Deborah Mackert

    • Liebe Deborah,

      du machst nichts falsch.
      Wenn du dich als Frau fühlst und so lebst, dann bist du eine Frau.
      Alles andere sind nur Begriffe – entscheidend ist, wie du dich selbst erlebst.
      Es klingt so, als hättest du für dich etwas sehr Wichtiges gefunden.

      Liebe Grüße
      Anna

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